19.01.2026
Marcel, angefangen hast du als Zimmermann und bist nun seit fast 27 Jahren an der Hundegger-Abbundmaschine, wie sieht ein typischer Arbeitstag bei dir aus?
Wir arbeiten im Zweischichtbetrieb, und ich habe das Privileg, immer die Frühschicht übernehmen zu dürfen. Mein Tag beginnt um 5.00 Uhr und endet um 14.30 Uhr. Als Erstes fahre ich den Kompressor und die Maschinen hoch. Währenddessen schaue ich mir die Aufträge des Tages an. Je nach Auftrag müssen dann Werkzeuge in der Maschine gewechselt oder Vorbereitungen getroffen werden.
Danach geht es darum, den Abbund durch die Maschine fertigen zu lassen. Unser Ziel ist es, dass die Maschinen den ganzen Tag durchlaufen – von 5.00 bis 22.00 Uhr. Deshalb arbeiten wir in Schichten und mit versetzten Pausenzeiten.
Wir haben kürzlich eine neue Hundegger-Maschine eingebaut. Welche technischen Entwicklungen oder Veränderungen haben deine Arbeit in all den Jahren besonders geprägt?
Die neue Maschine ist kompakter und kleiner, dafür aber deutlich schneller bei einfachen Bearbeitungen wie zum Beispiel dem Ständerabbund. In der Bedienung ist sie unserer bisherigen Hundegger aber sehr ähnlich.
Ich hatte das Glück, in all den Jahren die grossen technologischen Sprünge miterleben zu dürfen. Als ich vor 39 Jahren angefangen habe, gab es weder CAD noch Abbundmaschinen. Alles wurde von Hand aufgezeichnet, ausgerechnet und mit Handmaschinen bearbeitet.
Die erste Abbundmaschine kann man mit den heutigen Anlagen überhaupt nicht mehr vergleichen. Damals mussten alle Daten manuell eingegeben werden. Heute kommt alles automatisch aus dem CAD.
Durch diese Entwicklungen sind wir heute viel schneller: Für das Dach eines Einfamilienhauses brauchten wir früher zwei bis drei Tage. Heute schaffen wir das in maximal anderthalb bis zwei Stunden.
Deine Verbindung zum Werkstoff Holz zeigt sich auch in deinem Hobby, dem Axtwerfen. Das klingt megaspannend! Wie bist du dazu gekommen?
Das hat sich während meiner Ausbildung ergeben – ein paar Freunde und ich haben damals Vorführungen an der Schule und am Dorffest gemacht. Meine Frau hat mir dann einmal zu Weihnachten eine Wurfaxt geschenkt. Seitdem trainiere ich immer wieder zuhause. So hat sich auch mein Interesse fürs Sammeln von Äxten entwickelt.
Welche Axt aus deiner Sammlung würdest du als besonders spannend hervorheben – und warum? Wie viele gehören bereits zu deiner Sammlung?
Viele meiner Äxte habe ich online aus Amerika bestellt. Hier in der Schweiz finde ich welche auf Flohmärkten oder in Brockenstuben. Aus Schweden habe ich ebenfalls einige Stücke, da wir dort oft in den Ferien sind. Insgesamt habe ich etwa 250 Äxte. Die wertvollste ist eine Black Raven Axt, die wegen ihres begehrten Musters zwischen 1000 und 1500 Franken wert ist.
25 Jahre Feuerwehr – eine beachtliche Zeit! Gibt es ein Erlebnis aus deiner Feuerwehrzeit, das dir besonders in Erinnerung geblieben ist?
Ich war im Kader und sechs Jahre Kommandant. Das war eine wunderschöne Zeit mit vielen schönen, aber auch traurigen Momenten. Ein Erlebnis vergesse ich nie: Wir waren auf Übungsfahrt bei schönstem Sommerwetter. Vor uns fuhr ein alter VW Käfer, der stark rauchte. Ein paar hundert Meter weiter merkten wir, dass er nicht nur rauchte – er brannte!
Der Fahrer hatte das gar nicht bemerkt. Wir überholten ihn mit Blaulicht und Sirene, bremsten ihn ab und machten ihn darauf aufmerksam. Er realisierte zuerst gar nicht, was los war, war dann aber froh, dass die Feuerwehr bereits da war, bevor er sie überhaupt rufen musste.
Was würdest du jungen Leuten heute raten: Warum lohnt es sich, in die Feuerwehr einzutreten?
Wenn man es zeitlich einrichten kann, lohnt es sich auf jeden Fall. Man lernt unglaublich viel, was man im zivilen Leben gut gebrauchen kann. Und es ist eine Top-Ausbildung – und dazu noch bezahlt. Ausserdem: In einer Notlage ist das Schlimmste, was man tun kann, nichts zu tun. Jede Hilfe zählt.
In deiner Freizeit gehst du gerne mit deiner Frau wandern. Welche Route würdest du unseren Mitarbeitenden empfehlen – vielleicht eine weniger bekannte?
Eine wunderschöne Wanderung, die ich diesen Herbst gemacht habe, ist die Creux du Van – Tour de Travers im Kanton Neuenburg.
Am Jubiläumsfest haben wir dir beim Motorsägen zugeschaut. Seit wann schnitzt du Figuren und welches Projekt war bisher dein persönliches Highlight?
Ich schnitze seit dem Jahr 2000 und arbeite zu 20 % selbstständig vor allem auf Bestellung. Ich schnitze die unterschiedlichsten Figuren. Eines meiner grössten Projekte waren 66 Pucks für die Swiss Life Arena, die dort als Stühle eingesetzt werden. Es ist ein spannendes Hobby und man kann zeigen, wie feinfühlig man mit einer Motorsäge arbeiten kann.






