Im Gespräch mit Andreas Urban

12.10.2026

Firma: Kuratle & Jaecker AG

Firmeneintritt: 02. 09. 2022

Funktion: Content Manager 

Aus-/Weiterbildungen: Master in Deutsche Philologie, Philosophie und Kunstgeschichte an der Universität zu Köln 

Wohnsitz: Basel (BS)

Du bist Redaktor der Kuratle News und arbeitest gleichzeitig für verschiedene Kommunikationskanäle der einzelnen Gesellschaften der Kuratle Group. Wie sieht dein Arbeitsalltag aus und welche Aufgaben machen dir besonders Freude?

Unternehmensmagazine sind die Königsdisziplin in der professionellen Kommunikation. Eine gedruckte Hauszeitung, wie wir sie herausgeben, ist vor allem im digitalen Zeitalter ein Alleinstellungsmerkmal.

Die Kuratle News von A bis Z mitgestalten zu dürfen, bereitet mir riesige Freude. Ich darf die Themen planen sowie Artikel erstellen und redigieren.

Im Marketingteam von Kuratle & Jaecker bin ich an vielen Aufgaben beteiligt – von Social Media über Newsletter bis zu unseren Werbemitteln wie Broschüren und Flyer oder PR. Das geschieht alles im Team. Ich gehöre nicht zu denjenigen, die im stillen Kämmerlein arbeiten. Im Gegenteil: Ich fahre an unsere Standorte, gehe in Schreinereien oder besuche Objekte.

Durch deine Tätigkeit erhältst du Einblicke in unterschiedlichste Gesellschaften und Bereiche der Kuratle Group. Was fasziniert dich besonders an diesem Zusammenspiel und welche Geschichten erzählst du am liebsten?

Das stimmt, mein Arbeitsalltag wird durch das Ecosystem bestimmt. Ein Flyer für die Meier Logistik, ein Social Media Beitrag für die HWZ, ein Werbetext für Ticonoro – von Logistik bis Luxus ist alles dabei.

Geschichten gehören zu den wichtigsten Instrumenten in Kommunikation und Marketing. Da ich auch Architekturtheorie studiert habe, habe ich eine grosse Nähe zu Objekten. Ich liebe es, darüber zu berichten, was aus dem Werkstoff Holz konkret gemacht wird. Umgekehrt sind Referenzen der beste Weg, um zu zeigen, was Kunden durch unser Ecosystem bekommen können. Bei allem, was unsere Gesellschaften tun, geht es am Ende immer um das Objekt auf der Baustelle.

Faszinierend finde ich aber auch, wie bei uns durch Fachwissen und kollegialen Zusammenhalt ein Rad ins andere greift. Hinter den Kulissen steckt viel Herzblut. Das fasziniert mich.

Als Content Manager stets ein Händchen für Sprache, Kommunikation und Marketing.

Ursprünglich aus Köln kommend, hat dich dein Weg vor einigen Jahren nach Basel geführt. Wie hast du die Stadt für dich entdeckt und was gefällt dir besonders am Leben dort?

Durch verschiedene berufliche Tätigkeiten kam ich von Köln immer weiter in den Süden. Über Stuttgart, wo ich Texte fürs Kundenmagazin von Breuninger schrieb, und den Schwarzwald, wo ich Social Media Manager war, kam ich nach Südwestbaden. Hier war ich als Verlagslektor angestellt und begann Basel zu entdecken. 

Ich mag das Flair der Stadt, die Menschen und die Nähe zum Rhein. Der historische Baubestand in der Innenstadt gefällt mir sehr. Nimm allein die Gebäude in den stadttypischen Farben Moosgrün, Ziegelrot und Weiss – das hatte mich sofort angesprochen!

Du hast einmal gesagt, dass du bei schlechtem Wetter gerne spontan ins Tessin flüchtest. Was macht diese Region für dich so besonders?

Die grössere Nähe zum Mittelmeer und die ­schnelle Erreichbarkeit. Nach kurzer Fahrt ist man schon südlich der Alpen. Das Licht im Süden ist weicher. Als ich das erste Mal in Lugano war, bin ich in jede Kirche hineingegangen. Nicht aus religiösen Gründen, sondern wegen der Architektur. Ich begann sogar, Italienisch zu ­lernen.

Kunst, Kultur und Architektur gehören zu deinen grossen Leidenschaften. Gibt es ein Kunstwerk, das deiner Meinung nach deutlich mehr Aufmerksamkeit verdient hätte als die berühmte Mona Lisa?

Ich würde die italienische Malerei zwischen ­Gotik und Renaissance nennen. Das Mittelalter wird etwas unterschätzt. Dabei wurden damals die Grundlagen für das heutige Europa gelegt.

Wenn es ein einzelnes Werk sein soll, dann nenne ich ein Fresko von Fra Angelico: Die grosse Verkündigung im Kloster San Marco, Florenz. Die Gestaltung der Loggia, das Zusammenspiel der Figuren mit ihrer tief innerlichen Körpersprache – hinter all dem stecken Geschichten. Wenn wir von der Kunst der Moderne sprechen, wünsche ich der Schweizer Künstlerin Verena Loewensberg mehr Beachtung. Oder dem visuellen Sprachkünstler Franz Mon.

Lieblingsbild? Irgendwie schon: Fra Angelico in Florenz.

Ob Gebäude, Ausstellung oder öffentlicher Raum – gibt es einen Ort, der dich nachhaltig beeindruckt oder inspiriert hat?

Der Kölner Dom. Da führt kein Weg dran vorbei (lacht). Allein durch seine Grösse hat er mein Leben geprägt. Die gotische Bauweise ist wunderschön. Ich glaube, keine andere historische Epoche hat so sehr auf menschliche Themen abgezielt wie die Gotik. Es ist nicht übertrieben zu sagen: Die übergrossen Fenster einer gotischen Kathedrale sind die Fenster zur Seele eines Menschen.

Mit urbslit.de betreibst du einen eigenen Blog. Wie ist die Idee dazu entstanden und über welche Themen schreibst du besonders gerne?

Literatur ist mein Lebensthema. Auf meinem Blog stelle ich Bücher vor. Seit der Schule habe ich mich mit Sprache sowie der Wirkkraft von Geschichten beschäftigt und meinen Weg konsequent weiterverfolgt. Ich glaube, gerade in Zeiten von KI werden menschliche Texte immer wertvoller. Nur ein Mensch hat eine eigene Meinung und eine eigene Erfahrung – zum Beispiel rund um ein Buch. Spätestens seit meinem Literatur-Studium sehe ich in vielen Texten etwas, das andere vielleicht nicht sehen. Das möchte ich vermitteln. Deswegen bediene ich mich auch keiner grösseren Hilfsmittel, sondern vertraue auf meine eigenen Möglichkeiten. Schreiben ist Handwerk.

Zu Andreas' Blog (www.urbslit.de)
Kölner Dom mit Tympanon und Archivolten.
Andreas mit Freundin Kerstin in Italien.

Welche Geschichte oder welches Thema möchtest du auf deinem Blog unbedingt noch erzählen, bist aber bisher noch nicht dazu gekommen?

Die Geschichte meiner Freundin und mir. Dafür wäre ein Verlag allerdings die bessere Wahl, finde ich. In Köln waren wir vor 30 Jahren schon einmal ein Paar – und sind es jetzt wieder. Mit Basel als Lebensmittelpunkt planen wir unsere Zukunft am selben Fluss wie damals. Es scheint, als würde der Rhein zu unserem Leben gehören.