23.04.2026
Nadine, du hast ursprünglich Floristin gelernt und bist später in den Online-Zuschnitt gewechselt. Wie bist du auf diesen Wechsel gekommen und was hat dich dazu bewogen?
Ich habe ursprünglich die Ausbildung zur Floristin abgeschlossen, habe aber schnell gemerkt, dass die beruflichen Perspektiven in diesem Bereich eher schwierig sind. Deshalb habe ich mich für eine Umschulung zur Industriekauffrau entschieden.
Nach meiner Umschulung konnte ich meine ersten Berufserfahrungen in einer Spedition sammeln und konnte dann 2011 über die Meier Logistik in die Gruppe eintreten. 2019 erhielt ich dann das Angebot, in den Online-Zuschnitt des Bearbeitungs- und Zuschnittzentrum (BUZ) zu wechseln – jetzt arbeite ich in der AVOR Zuschnitt.

Was gehört in deiner Funktion in der AVOR zu deinen täglichen Aufgaben?
Ich bearbeite die Aufträge, die vom Innendienst kommen, und bereite sie so auf, dass sie bereit für die Produktion sind. Dazu gehören unter anderem die komplette Auftragsabwicklung bis zur Maschinenfreigabe, Büroorganisation sowie Nachkalkulationen.
Du hast erwähnt, dass Nähen eine grosse Leidenschaft von dir ist. Seit wann nähst du – und was begeistert dich daran?
Mit dem Nähen habe ich während der Corona-Zeit angefangen. Ich habe damals die Nähmaschine meiner Mutter bekommen und war auf der Suche nach einem kreativen Ausgleich zum Büroalltag.
Heute nähe ich rund 90% der Kleidung meiner Kinder und zum grossen Teil auch meiner eigenen Garderobe. Es macht mir grosse Freude, meine Kleidung selbst zu gestalten – vor allem deshalb, weil ich hochwertige Stoffe auswählen und somit die Qualität selbst bestimmen kann. Zwischendurch nehme ich auch gern Aufträge an und nähe für andere.
Du bist auch im sogenannten Probenähen und Designnähen aktiv. Was kann man sich darunter vorstellen?
Beim Probenähen entwickeln Schnittdesigner neue Schnittmuster und suchen Personen, welche die Schnitte in verschiedenen Grössen testen. Für mein anschliessendes Feedback bekomme ich den Schnitt gratis zur Verfügung gestellt.
Im Designnähen erhält man von Stoffhändlern gratis Stoffe zur Verfügung gestellt, die man vernähen darf. Als Gegenleistung stelle ich meine Fotos zu Werbezwecken zur Verfügung.
Neben dem Nähen bist du auch in der Guggenmusik «Seifesüder» aktiv. Welche Rolle spielst du dort?
Ich bin seit 2009 dabei, in den letzten Jahren allerdings eher als Aushilfe, da es mit den Kindern zeitlich nicht immer gepasst hat. Seit diesem Jahr teilen mein Mann und ich uns das Engagement und wechseln uns ab, was sehr gut funktioniert. Ich spiele die Posaune.
Du warst dort sogar im Vorstand tätig. Welche Aufgaben hast du übernommen?
Ich war im Vorstand und verantwortlich für die Masken- und Kostümorganisation. Das bedeutete, dass ich die Planung und Umsetzung der gesamten Verkleidung koordiniert habe.
Wenn du dir aussuchen könntest, irgendwo auf der Welt zu leben – wo wäre das?
Ich muss sagen, ich lebe sehr gerne in der Schweiz, würde aber gerne mehr reisen. Früher war ich öfters unterwegs, unter anderem auch auf Hawaii. Ein Reiseziel, das mich besonders reizt, ist Thailand.

Du engagierst dich auch beim Ferienpass Unteres Aaretal. Was genau machst du dort?
Der Ferienpass ist eine Organisation, die während der Frühlingsferien verschiedene Kurse und Aktivitäten für Kinder anbietet – von Sport über Basteln bis hin zu Ausflügen und Besichtigungen. Ich bin für die Organisation einzelner Kurse sowie für administrative Aufgaben zuständig. Zudem betreue ich die Nothelferkurse innerhalb des Programms.

An unserem Jubiläumsfest hast du Kindertattoos gemacht. Ist das auch ein Hobby von dir?
Das habe ich im Rahmen der Guggenmusik organisiert. Wir haben das bereits bei einem früheren Jubiläum gemacht. Ich habe mir das selbst beigebracht – wir arbeiten dabei mit Airbrush, was wir auch an der Fasnacht einsetzen.
Du jonglierst Job, Familie, Nähen und Vereinsleben. Wie schaffst du es, alles unter einen Hut zu bringen?
Zeitmanagement ist das A und O. Eine gute Struktur hilft enorm. Es ist nicht immer einfach, aber ich plane vieles im Voraus und trage Termine konsequent ein. Und der Rest wird dann flexibel dazwischen organisiert.

