10.08.2026
Nach Monaten intensiver Planung, sorgfältiger Vorbereitung und einer anspruchsvollen Montagephase war es endlich so weit: Die ersten vollautomatisch zugeschnittenen Teile haben die neue Anlage Robo 26 erfolgreich verlassen. Ein besonderer Meilenstein, auf den zahlreiche Mitarbeitende und Projektpartner gemeinsam hingearbeitet haben.
Seit dem letzten Bericht hat sich auf der Baustelle viel bewegt. Während einer rund zweimonatigen Montagephase wurden das doppelstöckige Flächenlager sowie die beiden neuen Zuschnittanlagen installiert und schrittweise in Betrieb genommen. Parallel dazu erfolgten zahlreiche technische Nebenarbeiten, darunter die Installation von Druckluft, Stromversorgung, Absaugung und Sprinkleranlage sowie die Integration der verschiedenen Software- und Steuerungssysteme. Dabei floss auch viel Eigenleistung der Mitarbeitenden des Bearbeitungs- und Zuschnittzentrums (BUZ) ein. Erst das reibungslose Zusammenspiel all dieser Komponenten bildet die Grundlage für einen stabilen und effizienten Betrieb der Gesamtanlage.
Die ersten Testläufe zeigen eindrücklich das Potenzial der neuen Technologie. Dank Einzelplattenzuschnitt sowie moderner Maschinen- und Softwaretechnik können Vorschubgeschwindigkeiten von bis zum Dreifachen gegenüber konventionellen Zuschnittanlagen erreicht werden. Gleichzeitig beeindrucken die hohe Geschwindigkeit und die Präzision, mit der die Werkstoffe vom Roboter bearbeitet werden.

Mehr Platz und effizientere Materialflüsse
Ein besonderes Merkmal von Robo 26 ist die konsequente Nutzung der vorhandenen Hallenfläche und Hallenhöhe. Um die verfügbaren Platzverhältnisse im Bearbeitungs- und Zuschnittzentrum (BUZ) optimal auszuschöpfen, wurde das automatische Flächenlager als doppelstöckige Lösung realisiert. Zudem ermöglichen die leistungsstarken Robotersägen hohe Zuschnittkapazitäten auf vergleichsweise geringer Fläche. Zusätzlich entstand oberhalb des Roboterbereichs ein neuer Zwischenboden. Durch die enge Zusammenarbeit mit Kuratle Immobilien konnten dadurch rund 400 m² zusätzliche Nutzfläche geschaffen werden. Diese wird künftig unter anderem als Lagerfläche für leichte und sperrige Güter wie Kartonagen oder Verpackungsmaterialien genutzt.
Die hohe Kapazität des Flächenlagers reduziert gleichzeitig die Anforderungen an die Intralogistik und verkürzt die Materialflüsse innerhalb der Produktion. Darüber hinaus werden die beim Zuschnitt anfallenden Reststücke und Abfälle direkt vor Ort automatisch geschreddert und über die Absauganlage entsorgt. Dadurch entfällt ein grosser Teil des manuellen Containerhandlings, was die internen Transportwege reduziert und die Produktionslogistik zusätzlich entlastet.

Nächster Schritt – Reorganisation der Betriebsabläufe
Mit der erfolgreichen Inbetriebnahme der neuen Anlagen liegt der aktuelle Fokus auf der Anbindung und Feinabstimmung der zahlreichen Datenschnittstellen. Damit ist das Projekt jedoch noch nicht abgeschlossen. Vielmehr beginnt nun die nächste entscheidende Phase: die Weiterentwicklung und Optimierung der betrieblichen Prozesse im Bearbeitungs- und Zuschnittzentrum (BUZ).
In den kommenden Wochen und Monaten werden Materialflüsse, AVOR-Prozesse und logistische Abläufe schrittweise an die neuen technischen Möglichkeiten angepasst. Durch Tests und gezielte Optimierungen sollen die Potenziale der neuen Anlagen bestmöglich genutzt und die Mitarbeitenden an die neuen Arbeitsweisen herangeführt werden. Ein wesentlicher Schwerpunkt liegt dabei auf der Arbeitsvorbereitung und Produktionsplanung. Die softwareseitige Ansteuerung der Anlagen, die optimale Auftragsverteilung sowie die Kommunikation zwischen den beteiligten Bereichen werden neu definiert und aufeinander abgestimmt.

Gleichzeitig verändert sich der Materialfluss innerhalb der Produktion. Die neuen Anlagen müssen effizient mit Material versorgt und die bearbeiteten Teile nahtlos an die nachgelagerten Prozesse und die Logistik übergeben werden. Nur durch ein abgestimmtes Zusammenspiel aller Bereiche kann das volle Potenzial der neuen Infrastruktur genutzt werden.
Die erfolgreiche Inbetriebnahme der Anlage vor dem ursprünglich geplanten Termin bestätigt die hervorragende Arbeit aller Projektbeteiligten. In den kommenden Monaten steht nun die schrittweise Integration in den Betriebsalltag im Mittelpunkt, um die neuen technologischen Möglichkeiten bestmöglich zu nutzen und die Prozesse nachhaltig weiterzuentwickeln.


